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Demonstration mit Geld

Fotos: David Bruckmüller


Ballhaus Ost, Berlin (25/05/2023)

In der Performance Demonstration mit Geld simulieren wir eine Demonstration, die es (noch) nicht gibt. Durch das Demonstrieren mit Geld versuchen wir ein gestörtes Verhältnis zu Geld zu entwickeln und eine Demonstration zu entwerfen, die die öffentliche Ordnung radikal in Frage stellen könnte.

In der Performance zweckentfremden wir die im Geld akkumulierte Kraft, sich einen von der Realität verschiedenen Raum und eine andere Zeit vorzustellen. Wir nutzen die Kraft der Abstraktion, die Geld zugrunde liegt, für die Simulation einer neuen Situation. Wir versuchen uns, die in Geld gespeicherten Interaktionen, Bewegungen und Wünsche (wieder-)anzueignen und spekulieren auf ein anderes kollektives Interesse. Die Kaufkraft des Geldes wird zur Kraft einer Versammlung, ein Medium der Trennung zu einem Medium des Zusammenkommens.

In einer kollektiven Hörsituation werden Geldscheine zum Material für eine Erfahrung, die den alltäglichen Gebrauch von Geld auf den Kopf stellt. Zwei Performer organisieren, mit einem Megafon ausgestattet, die simulierte Versammlung. In unterschiedlichen Tracks leitet der Text die Konstruktion der Situation an und verräumlicht dabei Prozesse der Reflexion, Erinnerung und Imagination. Die Teilnehmer*innen positionieren sich immer wieder neu, üben eine Geste ein und proben gemeinsam die Situation einer Demonstration mit Geld.


Demonstration mit Geld wurde im Rahmen des Double-Features Situationstraining im Ballhaus Ost Berlin präsentiert. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste mit Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms NEUSTART KULTUR #TakeHeart in Form einer Residenzförderung in Kooperation mit dem Theater im Ballsaal Bonn und dem Mousonturm Frankfurt.



© Felix Falczyk, Johanna Herschel 2024. 

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